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Die plebs urbana, also die Bürgerschaft der Stadt Rom, durchlief während der Herrschaft des Augustus einen grundlegenden Veränderungsprozeß. In der späten Republik war die große Mehrheit der einfachen Bürger
nicht in die Strukturen der res publica eingebunden. Theoretische Möglichkeiten, auf politische Entscheidungen Einfluß auszuüben, etwa in den Volksversammlungen, wurden nicht wahrgenommen. Demgegenüber bildete die gesamte
plebs urbana in der frühen Kaiserzeit eine selbstbewußte und politisch aktive Statusgruppe. Verantwortlich für diesen Wandel war die lange Regierungszeit des ersten Kaisers. Augustus monopolisierte alle Bereiche, die die plebs
urbana in ihrer Gesamtheit betrafen, und bot sich allen Schichten der plebs als übergeordnete Bezugsperson an. Die gemeinsame Orientierung auf den Kaiser erlaubte es der plebs urbana im Prinzipat, trotz ihrer enormen sozialen
Differenzierung, eigenständig und einmütig zu handeln.
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