|
Frauen haben bis zu 3-fach mehr Schilddrüsencarcinome als Männer, wahrscheinlich durch Östrogeneinfluß.
Auf RNA- u. Proteinebene exprimieren Strumazellen männlicher u. weiblicher Patienten Östrogenrezeptor α u. β. 17-β-Östradiol (E2) führte zur deutlichen Zunahme der Zellzahl. Das wurde durch Östrogenantagonist ICI
182780 und durch MAPK-Kinaseninhibitor PD 098059 gehemmt. Der proliferative Effekt von E2 zeigte sich bei benignen u. malignen Thyreozyten (XTC u. HTC).
Die genomische Aktivierung des Zellzyklus durch E2 wurde durch die Zunahme der Cyclin D1-Expression bestätigt. Gleichzeitig zeigte sich eine alternative, nicht-genomische Aktivierung der Transkription, über die
Ras-Raf-MAP-Kinasen-Signalkaskade.
Diese Ergebnisse zeigen, dass durch die Aktivierung von Östrogen-responsiven Elementen und cytoplasmatischen Signaltransduktionswegen, E2 einen proliferativen Effekt auf Thyreozyten hat. Damit kann die höhere Prävalenz von
Schilddrüsentumoren bei Frauen zum Teil erklärt werden.
|