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Der Physiologe und Biochemiker Emil Abderhalden berichtete 1909 über den Nachweis hochspezifischer Proteasen nach parenteraler Zufuhr von Proteinen, die er Abwehrfermente nannte. Bildung und Nachweis dieser Enzyme wurden als Abderhaldensche
Reaktion (A.R) bezeichnet. Diese Reaktion wurde vor allem von Klinikern als diagnostisches Verfahren angewandt. Das Konzept wies erhebliche Schwächen auf. Die Durchführung war mit vielen methodischen Mängeln behaftet, die auch im Laufe von
vier Jahrzehnten nicht ausgeräumt werden konnten. Abderhalden hat nicht wesentlich zur Beseitigung dieser Schwächen beigetragen. Erst nach seinem Tode wurde eindeutig gezeigt, dass es die Abderhaldensche Reaktion überhaupt nicht gibt. Aus
den Publikationen Abderhaldens ist jedoch nicht erkennbar, dass hier ein vorsätzlich wissenschaftlicher Betrug vorliegt.
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